VON ARNO PREISER
Fürstenfeldbruck – Gut
gefüllt war der Stadtsaal beim Neujahrskonzert,
wo Dirigent Klaus Linkel die Chorgemeinschaft Bruck
sowie Vokalsolisten und das Orchester des Südböhmischen
Theaters Budweis zu erlebnisreichem Operettenquerbeet
anregte. Fulminant eröffnete die Ouvertüre
zu Jacques Offenbachs „Orpheus in der Unterwelt“ den
Abend. Das Feuerwerk setzte sich fort mit dem ersten
Brucker Auftritt des Salzburger Soprans Elisabeth Schwarz.
Bühnenerfahren beeindruckte sie mit brillanten
Koloraturen und effektvoll zugespitzten Akzenten der
Arie der Olympia aus Offenbachs Oper "Hoffmanns
Erzählungen". In ihr vergisst der benebelte
Held, dass Olympia nur ein Automat ist. Geschickt ahmte
Schwarz die gezirkelten Bewegungen der mechanischen
Puppe nach.
Von
der Initialzündung des Vaters
der Operette wechselte Linkel zur raren Revueoperette „Die
Blume von Hawaii“ von Paul Abraham. Der Damenchor
hängte sich Kränze um, feiern doch Hula-Mädchen
das Blumenfest. Die Musik mit Exotik und Amerikanismen
gelang dem Orchester melodiös. Etwa auch beim
Lied „Kann nicht küssen ohne Liebe“ waren
Chor und Solisten im Einklang.
„Ich muss Mädeln
sehn“ bekannte Torsten Frisch mit weich timbriertem
Bariton, um bald der Blume von Hawaii seine Liebe zu
gestehen. „Will dir die Welt zu Füßen
legen“, schwärmte der lyrische Tenor Christian
Bauer, trotz Erkältung dabei, im Duett mit dem
Bariton: „Du traumschöne Perle der Südsee“.
Gefiel der Damenchor beim Sehnsuchtslied „Lautlos
glitt der Dampfer“, so gelang allen Ensembles
der Schlussmarsch schwungvoll.
Auch erstmals in Bruck
dabei war der finnische Sopran Marja-Leena Varpio.
Ihre Erfahrungen an der Wiener Volksoper kamen ihr
beim "Zigeunerbaron"- Querschnitt zugute,
so beim schwer- dann übermütigen Zigeunerlied
der Saffi. Das von Strauß in der Ouvertüre
weggelassene Lied „Ja, das alles auf Ehr´“ machte
später, von Chor und Solisten mitreißend
gesungen, Effekt. Walzerseligkeit ergänzte rasante
ungarische Rhythmik.
Als Moderatorin hielt Lilli Linkel
die Spannung aufrecht, in Teil II tat auch der Gatte
mit.
Als Hausmeister verkleidet gab der Tenor mit dem
Lied "Mein Weib will mich verlassen" eine
Kostprobe von Georg Kreislers Wiener Schmäh.