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Neujahrskonzert 2006
Pressebericht, Münchner Merkur, 04.01.06
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| Seit langem
ausverkauft waren die beiden Neujahrskonzerte, die die Chorgemeinschaft
Fürstenfeldbruck im Stadtsaal des Veranstaltungsforums
am Neujahrstag und gestern Abend gab. Der von Klaus Linkel
geleitete Chor wurde von der Mährischen Philharmonie Olmütz
verstärkt. Geboten wurde ein ausgewähltes Programm
durchwegs eingängiger Musical- und Operettenmelodien,
beispielsweise aus „Das Phantom der Oper“ oder
aus Raymonds „Maske in Blau“. Foto: Voxbrunner |
Paukenschlägen
zur Eröffnung
folgen am Ende Beifallssalven
Farbige Klänge
beim zweiten Neujahrskonzert in Fürstenfeld
VON ARNO PREISER
Fürstenfeldbruck – Im
Stadtsaal beeindruckten beim zweiten Neujahrskonzert
neben dem plastischen und farbigen Klang der Mährischen
Philharmonie Olmütz sowie erprobten Vokalsolisten
die Brucker Chorgemeinschaft als sorgfältig einstudiertes
Großensemble. Klaus Linkel gefiel als temperamentvoller
Dirigent und äußerst geschickter Arrangeur
der Gesangspartien, was die Chormitglieder durch hingebungsvolles
Singen zu erwidern schienen.
Eröffnenden Paukenschlägen folgte besänftigender
Soloflöten- und Harfen- sowie Streicherklang. Andrea
Viaricci (Sopran) sang mit glaubwürdigem Musical-Pathos
das Lied der egozentrischen Kaiserin Sissi („Ich
gehör´ nur mir“). Elisabeth Hallberg
(Sopran) ließ beim „Memory“ der vereinsamten
Halbweltkatze Grizabella Wehmut einfließen – eine
Nachtmusik, wie Moderatorin Lilli Linkel zu dieser Kostprobe
aus Lloyd Webbers „Cats“ betonte. Unerfüllt
blieb aber der Traum der Vietnamesin Kim vom Leben mit
dem Marinesoldaten Chris aus Claude-Michel Schönbergs
Musical „Miss Saigon“.
Fernöstlichen Orchesterrhythmen passten sich Viaricci
und Christian Bauer, ein Tenor ebenfalls weichen Timbres,
bei Liebesduetten vor und nach dem Vietnameinsatz an.
Ebenso der Chor, den amerikanischen Traum teils heftig
entlarvend. Bei so viel Tragik bot der Auftritt des aus
Ulm außerplanmäßig reingeschneiten Tenors
Leslie ter Jung mit Frank Sinatras Hit „New York,
New York“ eine freudige Neujahrsüberraschung.
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Slawisch
gefärbte melodische Momente
Mit
Ausschnitten aus Maury Yestons Musical „Titanic“ rundeten
Terzett und Chor den Musical-Teil mit Dramatik ab.
Franz Lehár als einem Stern am Himmel der silbernen
Operette galt der nächste Teil. Den tschechischen
Musikern schien die selten gespielte Ouvertüre,
die Lehár Jahrzehnte nach der „Lustigen
Witwe“ für den Konzertsaal schrieb, mit
ihren slawisch gefärbten melodischen und dramatischen
Momenten im Blut zu liegen. Tenor und Chor machten
beim strahlenden „Freunde, das Leben ist lebenswert“ fast
vergessen, dass Besucher der Uraufführung der „Giuditta“ 1934
in der Wiener Staatsoper – das Ende der Gattung
Operette befürchtend – in Tränen ausbrachen.
In Bruck erinnerten Andrea Viaricci an den „Graf
von Luxemburg“ und Elisabeth Hallberg an „Zigeunerliebe“.
Letztere mit leuchtendem Csárdás-Lied
vom „süßen Land der Muttersprache“ im
Wetteifer mit lieblichem Konzertmeisterton.
Der Chor mit genauen Einsätzen, deutlicher Artikulation und Aussprache,
sowie einfühlsamem Modulieren, bewährte sich bei dem rhythmisch nicht
leichten Lied „Am Rio Negro“. Auch die Solisten waren bei den flotten
Schlagern aus der „Maske in Blau“ von Fred Raymond in ihrem Element.
So ertönten am Ende Beifallssalven.
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