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Kirchenkonzert zu Gunsten des Pfarrheim-Neubaues
Pressebericht, Münchner Merkur, 20.05.09

 
Originelles Programm beim Benefizkonzert für das Pfarrheim

VON ARNO PREISER

Fürstenfeldbruck – Für das Benefizkonzert der Brucker Chorgemeinschaft in der Pfarrkirche St. Magdalena zugunsten des Neubaus des Pfarrheims bot Chorleiter Klaus Linkel ein originelles Programm. Die etwa 300 Besucher lernten eine seltene Fassung von Schuberts „Deutscher Messe“ kennen.

Zunächst spielt die koreanische Organistin Yeni Yun ein herausragendes Orgelwerk Bachs „Präludium und Fuge, Es-Dur BWV 552“. Bei strahlendem Klang verdeutlichte sie das kunstvolle Stimmengefüge des Präludiums. Dessen Dreiteilung, als Sinnbild der Dreifaltigkeit gedeutet, hat ungewohnten Umfang zur Folge. Dem entspricht die Tripelfuge, die Yeni Yun zunächst mit gewichtigen Schritten, später unter anderem mit eiligen Läufen entfaltete.

Dem großartigen Eindruck folgte Cherubinis „Ave Maria“, von Elisabeth Hallberg zum weichen Klang der Holzbläser aus Gernlinden mit leuchtendem Sopran gestaltete. Der Chor sang nun die nicht für den Gottesdienst bestimmten „Gesänge zur Feier des heiligen Opfers der Messe“, Auftrag eines Professors, dem an volkstümlicher Kirchenmusik lag.

Als klangliche Besonderheit der „Deutschen Messe“ schließt Schubert Streicher zugunsten von Holz- und Blechbläsern aus. Ganz im Sinn dieses letzten Wiener Klassikers betonten die Sänger die Forte-Piano-Kontraste. Den Einganggesang leise beginnend, „Wohin soll ich mich wenden, wenn Gram und Schmerz mich drücken?“, antworteten sie mit dem kräftigen Ruf „Zu dir, zu dir, o Vater“. Bei dem zum Evangelium und Credo bestimmten Stück folgten verhaltenen Worten („Noch lag die Schöpfung formlos da“) strahlende: „Er sprach´s, und es ward Licht“. Das erinnerte an Haydns „Schöpfung“. Erschien das „Heilig ist der Herr“ noch zart und geheimnisvoll, so steigerte der Chor das Sanctus zu entschiedenem Bekenntnis, „Er, der nie begonnen, er, der immer war“, um wieder sanft zu enden.

Obwohl Linkel den „Sehr langsam“ überschriebenen Satz nach der Wandlung zügiger singen ließ, wirkte er besinnlich: „Betrachtend deine Huld und Güte, o mein Erlöser gegen mich, seh´ ich beim letzten Abendmahle im Kreise deiner Teuren dich“.

Beim „Gebet des Herrn“ verband sich erneut erbaulicher Text mit liedhafter Melodik zu tief empfundener, von prachtvollem Bläserklang begleiteter Hymne: „Anbetend deine Macht und Größe versinkt im Nichts mein bebend Ich“. Romantisches Melos drückten Solistin, Chor und Bläser in Francks „Panis angelicus“ aus. Bei den Meditationen erläuterte Pfarrer Michael Bayer liturgisch-historische Zusammenhänge.

 

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